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Katrin Bautsch

Wissen

Allgemeines zum Thema Stillen eines Säuglings.

Ein Überblick über die wichtigsten Themen der Stillzeit – von Ernährung über Medikamente bis zur Beikosteinführung und zum Abstillen.

Zufriedener Säugling

Diese Seite dient zur Information und ersetzt nicht die persönliche Fachberatung.

Dauer der Stillzeit

Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten ist die beste Ernährung für einen Säugling. Darüber hinaus sollte weitergestillt werden mit der Einführung von Beikost, möglichst bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres oder darüber hinaus. Grundsätzlich gilt, solange Mutter und Kind es wünschen.

Ernährung in der Stillzeit

Essen Sie weiterhin wie auch in der Schwangerschaft, möglichst gesunde, ausgewogene und vollwertige Lebensmittel. Roher Fisch, rohes Fleisch und Rohmilchprodukte sind wieder erlaubt. Trinken Sie nach Durst vorzugsweise ungesüßte Getränke. Die Milchmenge lässt sich nicht durch vermehrtes Trinken steigern, sondern durch häufigeres Stillen.

Medikamente und Stillen

Müssen Sie während der Stillzeit Medikamente einnehmen, sollten Sie das mit Ihrem Arzt, einer ausgebildeten Laktationsberaterin (IBCLC) oder Hebamme besprechen. Mittlerweile gibt es sehr viele Medikamente, mit denen weiter gestillt werden darf, ohne dem Kind zu schaden (embryotox.de).

Alkohol, Kaffee, Rauchen, Drogen

  • Alkohol geht in die Muttermilch über und verändert ihren Geschmack. Ab und an ein kleines Glas Wein oder Bier ist kein Stillhindernis. Nutzen und Risiken sollten trotzdem abgewogen werden.
  • Maßvoller Kaffeegenuss wird von den meisten Kindern vertragen. Trinken Sie Ihren Kaffee am besten nach dem Stillen.
  • Nikotin beeinträchtigt den Milchspendereflex, geht in die Muttermilch über und verändert deren Geschmack. Hoher Konsum kann zu Unruhe, Erbrechen, Gedeihstörungen und Atemwegsinfekten führen. Stillen Sie trotzdem – es schützt Ihr Kind. Rauchen Sie ausschließlich außerhalb der Wohnung.
  • Auf Drogen sollte während der Stillzeit grundsätzlich verzichtet werden. Eine besondere Situation stellt das Methadonprogramm ohne Beikonsum dar.

Stillen und Arbeiten

Sind Sie berufstätig, in der Schule oder an der Uni, haben Sie Anrecht auf Stillpausen. Wenn Ihr Kind nicht bei Ihnen sein kann, lohnt sich eine elektrische Milchpumpe, um die Brust regelmäßig zu entleeren. Nutzen Sie die gemeinsame Zeit mit Ihrem Kind zum Stillen – manche Kinder suchen die Nähe vermehrt nachts.

Stillen eines Adoptivkindes

Es ist möglich, ein adoptiertes Kind zu stillen, auch wenn nie zuvor eine Schwangerschaft bestand. Entscheidend sind Zeitpunkt der Adoption, Alter des Kindes und Motivation der Adoptiveltern. Es bedarf einer engen Zusammenarbeit mit Gynäkologe, Kinderarzt und einer erfahrenen Laktationsberaterin. → Lesen Sie ein Fallbeispiel.

Stillen nach einer Brustoperation

Grundsätzlich stellen weder Implantate noch eine Brustverkleinerung ein Stillhindernis dar. Wichtig sind Anamnese während der Schwangerschaft und gute Stillbegleitung nach der Geburt.

Alternative Fütterungsmethoden

Aus medizinischen Gründen kann es notwendig sein, einem gestillten Kind zuzufüttern. Um eine Saugirritation in den ersten Lebenswochen zu vermeiden, wählen wir eine passende alternative Methode:

  • Zufütterung mit Löffel
  • Zufütterung mit einem speziellen Becher
  • Zufütterung über die Brust (z.B. mit einem Brusternährungsset)
  • Fingerfeeding

Schwangerschaft und Stillen / Tandemstillen

Bei intakter Schwangerschaft gibt es keinen Grund zum Abstillen. Ihre Milch verändert Geschmack, Zusammensetzung und Menge. Dies ist manchmal für das ältere Kind ein Grund, das Stillen zu beenden. Die Natur sorgt vor: Kolostrum steht dem Baby nach der Geburt in ausreichender Menge zur Verfügung.

Stillen und Beikost

Beikost sollte nach Vollendung des sechsten Lebensmonats angeboten werden. Ob Brei-frei (Baby-led weaning) oder Breikost – das liegt in Ihrem Ermessen. Zwingen Sie Ihr Kind nicht zum Essen. Beikosteinführung bedeutet nicht Abstillen. Die WHO empfiehlt ausschließliches Stillen sechs Monate, danach Beikost unter dem Schutz des Stillens bis zum zweiten Lebensjahr und darüber hinaus.

Abstillen

Abstillen ist eine individuelle Entscheidung. Am schonendsten für beide ist ein langsames, konservatives Abstillen mit viel Nähe. Ein medikamentöses Abstillen bedarf einer ärztlichen Verordnung.

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